Informationen zu EEG und KWKG

Hier finden Sie Hinweise und Anschreiben, die Sie über Verordnungen, Gesetzesänderungen, Clearingstellen etc. hinsichtlich Erzeugungsanlagen informieren.

Themen im Überblick

Registrierungspflicht im Marktstammdatenregister

Netzbetreiber dürfen künftig die Vergütung für eine Stromerzeugungsanlage - beispielsweise durch Photovoltaik - nur auszahlen, wenn diese bis Ende September 2021 im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur (BNetzA) angemeldet ist. Bei Nichtregistrierung drohen dem Anlagenbetreiber zudem Bußgelder.
 

Knapp 4.300 so genannte EEG-Anlagen, der Großteil davon Photovoltaik, erzeugen in Stuttgart „grünen Strom“. Sie alle sind an das Stromnetz der Stuttgart Netze angeschlossen. In seiner Rolle als Stromnetzbetreiber zahlt das Unternehmen den Besitzern regelmäßige Einspeisevergütungen aus. Diese können je nach Inbetriebnahmejahr und Größe der Anlage schnell einige hundert oder tausend Euro im Jahr ausmachen.

Für die Auszahlung der Vergütung ist eine Registrierung im „Marktstammdatenregister“ der Bundesnetzagentur unter www.marktstammdatenregister.de zwingend erforderlich. Die Stuttgart Netze hatte die Anlagenbetreiber bereits 2019 und 2020 hierauf aufmerksam gemacht. Fast 95% der Stuttgarter Betreiber haben inzwischen ihre Anlagen registriert, aber leider sind noch immer (Stand: 16.09.2021) rund 250 Anlagen nicht im Marktstammdatenregister eingetragen.

Der Gesetzgeber hatte die Frist in der jüngsten Novelle ein letztes Mal verlängert – auf den 30. September 2021. Anlagenbesitzern, die Ihre Anlage bis dahin nicht registriert haben, darf die Stuttgart Netze dann keine Vergütungen mehr auszahlen. Natürlich unterstützt die Stuttgart Netze die Betreiber bei Bedarf gerne. Erst nach erfolgter Registrierung können die Zahlungen wieder aufgenommen bzw. vollständig nachgezahlt werden.

Sollte bis Ende Oktober 2021 kein Hinweis auf Registrierung vorhanden sein, muss die Stuttgart Netze gemäß den gesetzlichen Vorgaben die nicht registrierten Anlagen der Bundesnetzagentur als Betreiber des Marktstammdatenregisters melden. Diese kann anschließend Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten und Bußgelder verhängen.

Fragen zum MaStR beantwortet Ihnen die BNetzA unter den rechts angegebenen Kontaktdaten und über die Webseite gerne. Sollten Differenzen zwischen Ihren Daten zur Erzeugungsanlage und den bei uns gespeicherten Daten vorhanden sein, so wenden Sie sich bitte an folgende Emailadresse, um dies vorab zu klären: mastr@stuttgart-netze.de.

Kontakt

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
Tulpenfeld 4
53113 Bonn
Tel.: 0 228 14-3333
Fax: 0 228 14-3334

Auslaufen der EEG-Vergütung

Mit der Entscheidung erneuerbare Energien zu erzeugen, haben sich viele Anlagenbesitzer früh dafür entschieden, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Ökologie zu setzen. Die ersten Anlagen hierzu gingen im Jahr 2000 und früher ans Netz. Die Anlagenbesitzer erhalten seit 2000 gemäß dem EEG eine regelmäßige Vergütung für den eingespeisten Strom. Der Gesetzgeber hat eine maximale Förderung von 20 Jahren auf Jahresende garantiert. Für die ersten Anlagen endeten diese 20 Jahre mit Ablauf des 31.12.2020. Der Gesetzgeber hat daher im Dezember 2020 eine Anschlussvergütung beschlossen.

Vergütungsdauer im Gesetz:

  • EEG 2000 § 9; EEG 2004 § 12; EEG 2009 § 21; EEG 2012 § 21; EEG 2014 § 22; EEG 2017 § 25; EEG 2021 § 25

Die Stuttgart Netze als Netzbetreiber kündigt die zugehörigen Einspeiseverträge, denn diese werden durch die gesetzlichen Regelungen obsolet. Der Weiterbetrieb einer Anlage ändert, auch ohne Vertrag, nichts an den allgemeinen Pflichten eines Anlagenbetreibers:

  • Entrichtung des Messpreises
  • Erhaltung eines technisch einwandfreien Zustandes
  • Einhaltung der Meldepflichten (Zählerstand, MaStR, …)
  • Ggf. EEG-Umlage

Gemäß EEG 2021 werden ausgeförderte EEG-Anlagen (ohne Wind) ≤ 100kW (bei PV kWp) sieben weitere Jahre mit einer Anschlussvergütung auf Höhe des Jahresmarktwertes abzüglich einer Vermarktungsgebühr vergütet.

EEG-Anlagenbesitzer >100kW müssen sich einen Direktvermarkter suchen, da der Strom ansonsten zukünftig nicht mehr vergütet wird. Sollten sich Anlagen schon vor dem Zeitpunkt des Auslaufens der Vergütung in Direktvermarktung nach EEG befinden, werden diese auf sonstige Direktvermarktung umgestellt.

Wenn die Anschlussvergütung für Sie nicht ausreichend ist, besteht die Möglichkeit, die Anlage mit den folgenden Maßnahmen ggf. zu verbessern. Genaue Auskunft/Beratung hierrüber können Sie bei den Energieberatern, Solarteuren, Elektrikern etc. Ihres Vertrauens anfordern.

  • Umstellung auf Eigenversorgung* ggf. mit Nachrüstung eines Speichers***
  • Umstellung auf Eigenversorgung* in Verbindung mit Direktvermarktung** für den überschüssigen Strom
  • Weiterbetrieb im aktuellen Zustand in Verbindung mit Direktvermarktung** 

Wenn Sie Fragen zum Auslaufen der EEG-Förderung haben, melden Sie sich gerne bei uns per E-Mail an einspeiser-stu@stuttgart-netze.de.

* Die Umstellung auf Eigenversorgung bedeutet eine Änderung der elektrischen Anlage und muss durch eine eingetragene Elektrofachkraft durchgeführt werden. Der Wechsel der Einspeiseart wird der Stuttgart Netze mit dem gleichnamigen Dokument mitgeteilt. Ggf. werden weitere Formulare für den Zählerwechsel benötigt. Zudem kann eine EEG-Umlagepflicht entstehen.

** Direktvermarktung bezeichnet den direkten Verkauf der Strommengen an der Börse durch einen Direktvermarkter. Dieser Direktvermarkter nimmt dem Anlagenbesitzer je nach Vertrag den Strom gegen Bezahlung ab und verkauft diesen an der Börse. Für diese Art der Vermarktung ist auch bei Anlagen <100kW eine Lastgangzählung notwendig (Kosten ca. 440€/Jahr). Aktuelle Messpreise finden Sie unter diesem Link.  

*** Auch die Nachrüstung eines Speichers ist anmeldepflichtig und muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft durchgeführt werden. Unsere Checkliste zu notwendigen Anmeldedaten eines Speichers finden Sie hier.

Hinweis: Große Teile der Änderungen im EEG sind mit Ausnahme der Anschlussvergütung und der Änderung der Schwellen bei der EEG-Umlagepflicht unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission, d.h. es herrscht für diese Teile ein Anwendungsverbot des Gesetzes, bis diese Genehmigung erteilt wurde.

Ihr Ansprechpartner

Anmeldung/Verträge von Erzeugungsanlagen
Stuttgart Netze GmbH
Stöckachstraße 48
70190 Stuttgart
Telefon:
Telefax: