Massive Regenfälle hatten um 20:18 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache die Umspannstation Colmarer Straße unweit des Bahnhofs Zuffenhausen derart unter Wasser gesetzt, dass sich ein Kurzschluss ereignete. In Folge dessen fielen neun weitere Umspannstationen im Gebiet zwischen Borsigstraße, Kelterplatz und Zabergäustraße aus. Darunter befanden sich auch vier Stationen von Gewerbe- und Industriekunden.
Durch Umschaltungen im Netz und in enger Zusammenarbeit mit der Leitstelle gelang es den Mitarbeitern der Stuttgart Netze, alle zehn Stationen wieder ans Netz zu bringen. Die ersten Kunden waren nach 33 Minuten wieder versorgt – für andere dauerte die Versorgungsunterbrechung bis um 22:32 Uhr an. Einige wenige Haushalte mussten sich leider bis kurz nach Mitternacht gedulden bis sie wieder Strom hatten.
Zwei Kurzschlüsse innerhalb von 14 Minuten
Wenig später, um 20:32 Uhr, ereignete sich aufgrund des Gewitters ein zweiter Kurzschluss: Dieses Mal war in zwei Kundenstationen in der Taläckerstraße in Zuffenhausen aus bislang ungeklärter Ursache Wasser eingedrungen und hatte die Stromversorgung unterbrochen. Auch hier wirkte sich die Störung auf benachbarte Umspannstationen aus. Insgesamt waren von diesem zweiten Stromausfall 14 Stationen – darunter sechs Kundenstationen – betroffen. Über Umschaltungen im Netz war die Stromversorgung um 21:20 Uhr beziehungsweise 21:44 Uhr wieder hergestellt.
Insgesamt waren durch die beiden Stromausfälle rund 8.400 Menschen in Feuerbach, Zuffenhausen und Zazenhausen zeitweise ohne Strom.
Stromausfälle sind in Stuttgart äußerst selten: Im Durchschnitt fällt der Strom pro Bürger und Jahr weniger als zehn Minuten aus. Die rund 5.400 Kilometer Leitungen sind zu fast 100 Prozent unterirdisch verlegt, was eine hohe Versorgungssicherheit garantiert.
Umspannstationen
In einer Umspannstation (auch Netz- oder Trafostation genannt) wird elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von (in Stuttgart) 10 kV auf 400/230 Volt zur Versorgung der Haushalte transformiert.
Eine Umspannstation besteht im Wesentlichen aus dem Gebäude, mindestens einem Transformator, einer Mittelspannungsschaltanlage und mindestens einer Niederspannungsverteilung.
Im öffentlichen Stromnetz der Landeshauptstadt gibt es rund 1.000 dieser „Stromhäuschen“, die heutzutage meist als komplett gelieferte, ebenerdige Fertigbaustationen mit kleinen Grundflächen errichtet werden.
Hinzu kommen etwa 1.300 Stationen im Kundenbesitz, z.B. bei Gewerbe und Industrie.
Wie das Stuttgarter Stromnetz funktioniert erklärt der Animationsfilm der Stuttgart Netze.