Stuttgart Netze engagiert sich für eine zukunftsfähige Elektromobilität

01. Juli 2021
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Unternehmen

Elektromobilität gehört zu einem der großen Zukunftsthemen, insbesondere in der Automobilstadt Stuttgart. Sie spielt beim Stromnetzbetreiber Stuttgart Netze daher eine sehr wichtige Rolle. Durch einen neuen Online-Service wird die Anmeldung privater Ladestationen künftig noch einfacher. Zudem erklärt ein neuer Animationsfilm was beim Laden zu Hause zu beachten ist.

Als Tochterunternehmen der Stadtwerke Stuttgart macht die Stuttgart Netze das Stromnetz fit für die Zukunft. Dazu gehört auch das elektrische Laden von Fahrzeugen. Anders als ein Wasserkocher sind Ladestationen sehr leistungsstark und beanspruchen das Netz über eine lange Zeit. Für den Netzbetreiber ist es deshalb besonders wichtig zu wissen, wie sich die Anforderungen ans Stromnetz durch das vermehrte Laden entwickeln.
 

Neuer Online-Service zur Anmeldung von Ladestationen

Um Kunden das komplexe Thema Elektromobilität näher zu bringen, hat die Stuttgart Netze Ihr Online-Angebot in diesem Bereich weiter ausgebaut. Unter www.stuttgart-netze.de/emob können sich Bürgerinnen und Bürger ausführlich über das Thema informieren. Zudem ermöglicht ein neuer Online-Service die unkomplizierte Anmeldung von Ladeeinrichtungen. Ein neuer Erklärfilm verdeutlicht auf anschauliche Art und Weise, was die Rolle des Netzbetreibers beim Thema Elektromobilität ist und worauf beim Einbau einer Ladeeinrichtung geachtet werden muss. Der Film betont dabei auch die wichtige Rolle des Elektrohandwerks. Er ist auf der Homepage der Stuttgart Netze und direkt auf YouTube zu finden (https://youtu.be/E3azCwSpXtI). Diese Angebote sollen den Bürgern als Navigationshilfe im Themenkomplex Elektromobilität dienen.
 

Engagement in Forschungsprojekten

Unabhängig davon führt die Stuttgart Netze seit geraumer Zeit aber auch interne Analysen durch und beteiligt sich an Forschungsprojekten und Studien.

Gemeinsam mit der Universität Stuttgart, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Hochschule Esslingen hat der Stromnetzbetreiber am Forschungsprojekt eUrban teilgenommen. Grundlage des Projekts war die Annahme, dass 30 Prozent der in Stuttgart zugelassenen Fahrzeuge elektrisch sind. Erforscht werden sollte, wie sich das auf das Stromnetz auswirken würde. Dabei hat sich gezeigt, dass der Energiemengenbedarf dadurch nur minimal steigt.

„Die größere Herausforderung ist es, dass gleichzeitige Lastspitzen im Verteilnetz entstehen können. Für uns ist es deshalb von zentraler Bedeutung zu wissen, wo zukünftige Ladevorgänge im Netz zu erwarten sind. Dann können wir konkrete Maßnahmen und Strategien entwickeln“, sagt Arvid Blume, Vorsitzender der Geschäftsführung.
 

Simulationen legen zukünftigen Handlungsbedarf offen

Zukunftsszenarien zeigen, dass im Bereich des privaten Ladens in Stuttgart insbesondere die Außenbezirke in den Fokus rücken. Dazu gehören beispielsweise Münster und Mühlhausen, die von den Umspannwerken Münster und Seewiesen versorgt werden. Auch das Umspannwerk Birkach, das die Stadtbezirke Birkach, Plieningen und Sillenbuch versorgt, hat die Stuttgart Netze besonders unter die Lupe genommen.

Zudem spielen Park- und Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber eine immer stärkere Rolle. „In den Simulationen zeigte sich, dass an Werktagen in den Industriegebieten, zum Beispiel in Untertürkheim, Vaihingen oder auch Weilimdorf, häufiger Elektroautos geladen werden. Gerade in großen Parkhäusern für Mitarbeiter sollte Ladeinfrastruktur daher intelligent in das Verteilnetz integriert werden“, sagt Christian Körner, Teamleiter Anlagenmanagement bei der Stuttgart Netze.

Mit Hilfe der Untersuchungen kann die Stuttgart Netze zukünftige Bedarfe durch Ladevorgänge auf einer sehr detaillierten Ebene analysieren. Daraus lassen sich konkrete Maßnahmen für die Zukunft ableiten. Dazu gehören zum Beispiel die Verlegung neuer Stromleitungen oder der Einbau leistungsstärkerer Trafos in Umspannstationen.

In der Simulation wurde auch die aktuelle Trafoauslastung der über 1.000 Umspannstationen um die zukünftigen Bedarfe ergänzt. Dies hat bei etwa 10 Prozent der Netzinseln – das sind die kleinsten zusammenhängenden elektrischen Einheiten im Stromnetz - einen zukünftigen Handlungsbedarf aufgezeigt. Konkret könnte dieser durch einen Trafotausch bzw. eine Erweiterung oder Neubau einer Station behoben werden. In einem neuen Forschungsprojekt soll der konkrete Handlungsbedarf im Kabelnetz in der Niederspannung, also auf der letzten Meile zum Verbraucher, noch detaillierter untersucht werden.
 

Weiterer Austausch und Planung von zentraler Bedeutung

„Die Stuttgart Netze versucht durch eine vorausschauende, strategische Planung, den Austausch mit Interessenvertretern und die Durchführung von Studien die zukünftigen Bedarfe frühzeitig zu erkennen. So können wir die vorgelagerten Netzebenen rechtzeitig auf die Anforderungen vorbereiten“, sagt Arvid Blume. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum sei hierfür ein gutes Beispiel. „In Zukunft ist es für uns wichtig, die unterschiedlichen Themen in Abstimmung mit der Stadt Stuttgart, den verschiedenen Forschungseinrichtungen und weiteren Interessenträger intensiv zu begleiten“, ergänzt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stuttgart Netze.

Neben der strategischen Planung spielen politische und regulatorische Rahmenbedingungen eine große Rolle, um zukünftige Bedarfe abschätzen zu können. So könnten zum Beispiel durch ein netzdienliches Ladeverhalten, oder auch eine Begrenzung der maximalen Ladeleistung im privaten Bereich, Lastspitzen vermieden werden. So könnte der Handlungsbedarf im Stromverteilnetz deutlich reduziert werden.

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Moritz Oehl
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