Strom schützt Gasleitung vor Rost

12. März 2026
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Baumaßnahmen

Die Stuttgart Netze GmbH hat im Park am Max-Eyth-See ihre Gashochdruckleitung mit einem elektrochemischen Schutzsystem ausgestattet. Das schützt die Rohrleitung aus Stahl vor Rost.

„Wir haben hier mit minimalen Eingriffen eine hochwirksame Lösung installiert, die neben dem Korrosionsschutz auch eine Überwachung des Rohrzustands ermöglicht”, erklärt Martin Boche, Projektleiter der Baumaßnahme. Er fügt an: „Dieser sogenannte kathodische Korrosionsschutz – kurz KKS genannt – gilt nach wie vor als beste Möglichkeit, Metallteile wie Rohre, die unter der Erde verlegt sind, sicher zu schützen und lange zu erhalten.” 

Und so funktioniert das Verfahren: In einem nur 20 Zentimeter breiten Graben haben die Stuttgart Netze eine Anode in 120 Zentimetern Tiefe verlegt. Die Anode ist ein Metallkörper, der mit Gleichstrom versorgt und mit dem Gasnetz verbunden ist. Der Metallkörper - bestehend aus einem Kupferleiter und einem Titandraht - opfert sich quasi und korrodiert anstelle des mit ihm verbundenen Stahlrohr, der Kathode.

Der Schutzstrom verhindert also die Korrosion des Gasleitungsrohrs und macht zugleich sichtbar, ob ihre Schutzbeschichtung intakt ist. Schäden lassen sich dadurch früh erkennen und beheben, bevor sie sicherheitsrelevant werden.

„Mit unseren KKS-Anlagen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur sicheren Gasversorgung in Stuttgart“, sagt Martin Boche. „Die Systeme arbeiten dauerhaft und bleiben für die Öffentlichkeit unsichtbar.“

Mehr als 2.100 Kilometer Leitungen versorgen in Stuttgart Haushalte, Gewerbe und Industrie sicher und zuverlässig mit Gas. Hochdruckleitungen übernehmen dabei eine zentrale Transportfunktion. Ihr sicherer Betrieb beruht auf technischen Schutzebenen, regelmäßiger Überwachung und vorbeugender Instandhaltung.

Bauarbeiten mit minimalem Eingriff

Weil die neue Leitung durch einen stark genutzten Grünbereich zwischen Max-Eyth-See und Neckar verläuft, haben die Stuttgart Netze einen Spezialbagger eingesetzt, der in der Lage war, einen nur 20 Zentimeter breiten Graben über die erforderlichen 200 Meter zu ziehen. Dieser wurde nach dem Einbringen der Anode sofort wieder verschlossen.

Zugleich konnten Messstellen der alten Anlage zurückgebaut werden. Der Grünbereich ist damit nach mehr als 40 Jahren erstmals frei von oberirdischen technischen Einbauten; die Oberfläche regeneriert sich vollständig.

„Technische Sicherheit und Schutz der Natur gehören für uns zusammen“, sagt Martin Boche. Er hebt auch die enge und gute Abstimmung mit den beteiligten Ämtern der Landeshauptstadt Stuttgart hervor.

Mit der neuen Anlage sichern die Stuttgart Netze einen wichtigen Abschnitt des Hochdrucknetzes langfristig nach aktuellem Stand der Technik – unsichtbar im Alltag, aber wichtig für den Erhalt der hohen Versorgungsqualität in Stuttgart.

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