Mitten auf dem Universitätsgelände Stuttgart-Vaihingen, zwischen der Hochschule der Medien und den Wohnheimen des Studierendenwerks, befindet sich die Umspannstation „Am Allmandring 3/1“ der Stuttgart Netze. Eingebettet in ein kleines Wäldchen gab das fertiggaragengroße Gebäude bisher kein besonders ansprechendes Bild ab. Das hat sich jetzt geändert: Fassadengestalter Daniel T. Geiger hat der Station in den vergangenen Tagen einen neuen Look und frische Farben verpasst. Angelehnt an die direkte Umgebung, die durch Schlagworte wie „Medien“, „Technik“ und „Zukunft“ geprägt ist, hat er ein Konzept entwickelt, das genau diese Schwerpunkte aufgreift. „Die verwendeten Elemente und Fragmente symbolisieren eine stilisierte Medientechnikgeschichte, in der Moderne, Gegenwart und Vergangenheit fusionieren“, erklärt der Künstler, der sich durch zahlreiche Projekte auch weit über Stuttgart hinaus einen Namen gemacht hat.
Seit 2017 gestaltet die Stuttgart Netze in Kooperation mit lokalen Graffitikünstlern und in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und Bezirksbeiräten die Fassaden ausgewählter Umspannstationen neu. Die Künstler bekommt das Unternehmen dabei von Florian Schupp vermittelt, dem Graffitibeauftragten der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft. Eine Übersicht über alle bisherigen Gestaltungen gibt es unter https://www.stuttgart-netze.de/graffiti. „Die Gestaltung unserer Umspannstationen ist für mich persönlich immer ein Highlight, bei dem es nur Gewinner gibt: Unsere bunt gestalteten Trafohäuschen werten das Stadtbild auf, wir schaffen legale Flächen für Graffitikünstler in der Stadt und ganz nebenbei machen wir auf die immer wichtiger werdende Strom-Infrastruktur aufmerksam, die ja ansonsten eher unsichtbar ist“, sagt Arvid Blume, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stuttgart Netze.
Beim Inhaber der benachbarten studentischen Wohnanlagen, dem Studierendenwerk, kommt die Neugestaltung gut an. „Wir freuen uns sehr über dieses künstlerische Highlight in direkter Umgebung. Besonders gefällt uns der Schriftzug ‚Futurae‘, die Mehrzahl des lateinischen Worts für futura (Zukunft). Schließlich steht das stellvertretend für die zahlreichen Studentinnen und Studenten, die hier Tag für Tag unterwegs sind“, sagt Stefan Schneider, Abteilungsleiter Wohnen, Bauen, Technik im Studierendenwerk.
Auch Aylin Arol, stellvertretende Leiterin der Allgemeinen Verwaltung im Bezirksamt S-Vaihingen, gefällt das Sprüh-Kunstwerk: „Die neu gestaltete Umspannstation der Stuttgart Netze fügt sich wunderbar ins Uni-Gelände ein und bringt durch das farbige Motiv frischen Wind in dieses Gebiet“, sagt sie.
In Umspannstationen (auch Netz- oder Trafostation genannt) wird elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von 10.000 Volt auf 400 Volt zur Versorgung der Haushalte transformiert. Eine Umspannstation besteht im Wesentlichen aus dem Gebäude, mindestens einem Transformator, einer Mittelspannungsschaltanlage und mindestens einer Niederspannungsverteilung. Im öffentlichen Stromnetz der Landeshauptstadt gibt es rund 1.000 dieser „Stromhäuschen“, die bei Neubauten heutzutage meist als komplett gelieferte, ebenerdige Fertigbaustationen mit kleinen Grundflächen errichtet werden. In Stuttgart sind viele Bestands-Stationen aufgrund des begrenzten Platzes im urbanen Raum als „Einbaustationen“ in Gebäuden untergebracht. Hinzu kommen etwa 1.300 Stationen im Kundenbesitz, z.B. bei Gewerbe und Industrie.






