Bislang zeigte sich das Umspannhäuschen im Stuttgarter Bezirk Sillenbuch inmitten eines belebten Viertels eher grau und unauffällig. Doch nun tritt dieses mit einem bunten Farbanstrich zu einem wichtigen Thema in Erscheinung und fällt sofort ins Auge. Denn der Graffiti-Künstler Frederick Merkt, in der Szene bekannt als „Fritz Boogie“, hat die schlichte, graue Fassade in ein ansprechendes und farbenfrohes Kunstwerk verwandelt.
Das abstrakte Klima-Motiv wurde passend zur aktuell laufenden Klimaschutz-Kampagne der Landeshauptstadt umgesetzt. Die Kernaspekte der Kampagne bilden die Themen „Mobilität“, „Wohnen“, „Ernährung“ und „Klimaanpassung“. Basierend darauf gestaltete Künstler „Fritz Boogie“ sein kreatives Sprühwerk. Genau wie die einzelnen Aspekte im Bereich Klimaschutz zusammenspielen, überlappen sich auch im Kunstwerk verschiedene Elemente und sind miteinander verbunden und verzahnt. Bausteine des Motivs sind neben Formen auch Schrift-Elemente zum Schlagwort „Klima“. Damit bietet sich für die Passanten ein sehenswertes Farb- und Formenspiel mit zahlreichen Details.
Frische Farben für die Fassaden
Seit 2017 gestaltet die Stuttgart Netze in Kooperation mit lokalen Graffitikünstlern und in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und Bezirksbeiräten die Fassaden ausgewählter Umspannstationen neu. Die Künstler bekommt das Unternehmen dabei von Florian Schupp, dem Graffitibeauftragten der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft, vermittelt.
Eine Übersicht über alle bisherigen Gestaltungen gibt es unter https://www.stuttgart-netze.de/graffiti.
„Mit der Kooperation erreichen wir mehrere Ziele: Wir sorgen für schöne und bunt gestaltete Trafohäuschen im Stadtbild, machen auf die wichtige Arbeit der Stromversorgung aufmerksam und schaffen zudem legale Flächen für Graffitikünstler in der Stadt.“, sagt Harald Hauser, Technischer Geschäftsführer der Stuttgart Netze. Mit dem bunten Klima-Kunstwerk solle auf kreative Weise dargestellt werden, was Realität ist. Durch die umgestaltete Umspannstation nehme Klimaschutz auch räumlich einen Platz im Bezirk Sillenbuch ein und mache nun als bunter Blickfang dauerhaft auf das wichtige Thema aufmerksam.
Auch Hans Peter Klein, stellvertretender Bezirksvorsteher S-Sillenbuch, gefällt das abstrakte Sprüh-Kunstwerk: „Die frisch gestaltete Umspannstation der Stuttgart Netze ist eine ausgesprochen sehenswerte Bereicherung für den Bezirk Sillenbuch und das belebte Viertel, in dem es steht. Klimaschutz ist aktueller denn je – durch die Umgestaltung wird diesem wichtigen Thema Sichtbarkeit geschenkt“, betont er.
In Umspannstationen (auch Netz- oder Trafostation genannt) wird elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz mit einer elektrischen Spannung von 10.000 Volt auf 400 Volt zur Versorgung der Haushalte transformiert. Eine Umspannstation besteht im Wesentlichen aus dem Gebäude, mindestens einem Transformator, einer Mittelspannungsschaltanlage und mindestens einer Niederspannungsverteilung. Im öffentlichen Stromnetz der Landeshauptstadt gibt es rund 1.000 dieser „Stromhäuschen“, die bei Neubauten heutzutage meist als komplett gelieferte, ebenerdige Fertigbaustationen mit kleinen Grundflächen errichtet werden. In Stuttgart sind viele Bestands-Stationen aufgrund des begrenzten Platzes im urbanen Raum als „Einbaustationen“ in Gebäuden untergebracht. Hinzu kommen etwa 1.300 Stationen im Kundenbesitz, z.B. bei Gewerbe und Industrie.
